Bei milder, trockener Witterung genossen an die 1000 Teilnehmer und Tausende von Zuschauern den Teisendorfer Faschingszug. Heuer waren nach mehrjähriger Pause Wagen auch für freie Gruppen die nicht zu Faschingsgesellschaften und eingetragenen Vereinen gehörten, erlaubt, allerdings nach vorheriger Bewerbung.

Das Motto „Einmal um die ganze Welt“ wurde vom Sing-Sang Teisendorf fantasievoll in Szene gesetzt: Unter dem aufblasbaren rot-weißen „Gaudiwurm“, der von einem Eicher-Bulldog gezogen wurde, warfen gut gelaunte Mädchen aus aller Herren Länder Bonbons. Auch andere ließen sich vom Thema inspirieren, wie der Waginger Faschingsverein „So Halunke“ mit einer feurigen spanischen Performance oder die Familiengruppe Kullak – seit 45 Jahren dabei – mit einem Ausflug nach Asien. Der Kindergarten samt Eltern und Angestellten entführte in die Welt der Märchen.

Auch Themen aus Politik, TV und Medien, Gesellschaft und Hausfrauen-Alltag wurden aufs Korn genommen, von der Milchkrise über das Doping bis hin zum Thermomix. Viel Aufsehen erregte der mit einer hohen Luftballon-Figur geschmückte Wagen der  Gaudiprinzengarde Asten.

Unter dem Motto „Werft die Horrorclowns raus, es lebe der bayerische Fasching auf“ herrschte hier beste Laune, ebenso wie bei den Schlümpfen der „Brosei Hüttn“. Die Riesen-Eisstöcke der Mafo-Systemtechnik, auf denen die Athleten über die Straßen rutschten und damit den Alpenpokal von Servus TV imitierten, sorgten für viele Lacher. Neben den zwölf Wagen gingen an die 30 Fußgruppen mit, darunter etliche als Tiere aus aller Welt, Polizisten, Sträflinge, Verbrecher, „Blechhaufen“ oder Vampire verkleidete Musikkapellen.

Die Reaktionen der Teilnehmer und Zuschauer auf das neue Konzept waren überwiegend positiv: „Da sollen ruhig ein paar mitfahren, sonst is ja langweilig“, meinte Stefan S. aus Teisendorf. „Von mir aus sollen es ruhig mehr Wagen sein“, ergänzte Sebastian, H. aus Ufering. Es seien halt mehr Ordner nötig, um die Leute, und vor allem die kleinen Kinder, zurückzuhalten. Wie viele Leute sind die beiden in den Vorjahren bei anderen Zügen, etwa in Traunreut, aber nicht mehr in Teisendorf mitgefahren. Sie freuen sich, dass hier am Faschingssonntag wieder was los ist. Die Besprechung mit den Sing-Sang-Verantwortlichen wegen der Regeln fanden beide auch hilfreich.

Familie M. aus Siegsdorf war vor zwei Jahren erstmals da und kam wieder, weil es hier ruhiger zuging als woanders. „Das war das Tolle, dass man die Kinder einfach am Straßenrand stehen lassen konnte“, meinte Maria M. Sie lässt sich überraschen, wie es mit den Wagen läuft. „Wichtiger als eine Bulldog-show sind schöne Masken und geschmückte Wagen“, erklärte Rosa W. vm

Bilder-Galerie vom Teisendorfer Faschingszug